Neun IBB-Schüler waren zum Schüleraustausch in Bulgarien
1989 war ein Jahr, das nicht nur in der deutschen Geschichte eine bedeutende Rolle spielte. Das Leben von etwa 460.000 türkischstämmigen Bulgaren sollte sich in diesem Jahr ebenfalls grundlegend ändern, denn die „Bulgarisierungs“-Politik der damaligen kommunistischen Regierung zwang sie, ihre Heimat zurück zu lassen und in die Türkei oder in westliche Staaten auszureisen. An diese Zeit des Umbruchs wollen deutsche und bulgarische Schüler nun gemeinsam im Rahmen des Projektes „Faces of Europe“ erinnern und dabei selbst mehr über die Zeit erfahren, in der sie geboren wurden.
Vom 21. bis 25. Oktober 2008 reisten neun Berufsschüler und zwei Lehrer des Instituts für Bildung und Beratung in Dresden (IBB) ins bulgarische Kardzhali, eine Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern. Gemeinsam mit den bulgarischen Jugendlichen der Partnerschule in Kadzhali begaben sie sich auf Spurensuche, machten Fotos und interviewten Zeitzeugen. „Für unsere Schüler war es spannend, mit Leuten zu sprechen, die die Vertreibung der türkischen Minderheit damals miterlebt haben. Da konnten sie Geschichte einmal aus erster Hand erfahren und nicht immer nur in Lehrbüchern darüber lesen“, berichtet Dagmar Mager, Geschäftsführerin des IBB Dresden.
Inzwischen sind die Schüler zurück von ihrer Reise, werten nun die Inter-views aus und werden sich zusätzlich noch mit der Lebenssituation heute in Deutschland lebender Bulgaren auseinander setzen. Im Mai 2009 ist dann ein weiteres Projekttreffen mit den bulgarischen Kollegen geplant. Dann werden die Schüler gemeinsam in Dresden die Ergebnisse ihrer Recherchen zusammenfassen und eine zweisprachige Präsentation erstellen.




